Zuhause ist, wo das Herz wohnt

Kommentare 4
Gedanken

Im Herbst lebe ich seit 12 Jahren in Hamburg – und trotzdem bin ich (bis jetzt!) noch immer nicht richtig angekommen. Liegt es an der sechsspurigen Hauptstraße vor unserer Wohnung? An dem Lärm und dem Stress? Bestimmt auch. Der entscheidende Grund ist aber wohl, dass ich Hamburg nie eine wirkliche Chance gegeben habe, mein Zuhause zu werden … Ständig überlege ich, ob ich nicht doch wieder an der Nordsee leben möchte.

Mit fast 17 bin ich von Helgoland aufs Festland gezogen …
Wenn ich heute eine Doku über die Nordseeküste sehe, bin ich jedes Mal traurig und bekomme sofort Heimweh. Erzählt mir jemand, dass er/sie zurück in die Heimat zieht, dann packe ich schon fast meine Koffer. Genauso geht es mir im Urlaub auf Helgoland. Von meinem ehemaligen Kinderzimmer aus kann ich das Meer sehen – und neuerdings auch den Windpark. Ich gehe „um die Klippe“ und lasse mir einfach nur den Wind ins Gesicht und dabei den Kopf frei pusten. Dann fühle ich mich wie Fiete Anders und denke: Hier gehöre ich hin! Morgens auf dem Weg zur Arbeit die Möwen hören … nicht die Autos. Einen Bäcker, einen Blumenladen, einen Schlachter … der mich kennt. Fröhliches Hallo an jeder Ecke … kein Aneinander-Vorbeirennen.
Aber irgendwann nimmt man das alles nicht mehr wahr, es ist nichts Besonderes mehr, vielleicht hat man es sogar satt – wie ich damals. Und das soll mir nie wieder passieren. Ich möchte mich auf jeden Urlaub oder Ausflug an die Nordsee noch ewig freuen können – und es dann genießen.
Außerdem hat die Lütte in Hamburg mehr Möglichkeiten, denke ICH, was die Ausbildung und alles angeht. Sie soll nicht mit 16 oder 17 ausziehen müssen. Sie ist eine waschechte Hamburger Deern, getauft in der Elbe. Natürlich ist sie ein Küstenknirps – wie wir. Und wenn sie später einmal Surflehrerin auf Amrum werden möchte, kann sie das sehr gerne. Sie kann aber auch in Hamburg Schauspiel studieren und hinterher nach New York gehen … ICH denke, von Hamburg aus stehen ihr die Türen offen, durch die SIE hindurchgehen möchte (Ja, ich weiß … sie ist erst drei … aber so etwas bedenke ich, wenn ich einen Umzug plane …).
Hinzu kommt, dass es in Hamburg ja auch Möwen und Wasser und Fischgeruch gibt, ne? Und wenn ich mal genau überlege, dann habe ich hier sogar einen Stamm-Schlachter … 🙂
Die Nordsee ist nicht weit. Also eigentlich eine super Mischung zwischen Kultur und Natur, oder? Um mir die Nordsee hier nach Hamburg zu holen, sammeln die Lütte und ich Muscheln, Meeresglas und Treibholz. Die gesamte Wohnung soll uns an die Nordsee erinnern. Für mein aktuelles Buch-Projekt hatte ich mir letzen Sommer sogar Möwenkreischen aufgenommen.
In einem Posting (ich weiß leider nicht mehr wo) schrieb die Bloggerin, dass ein Zuhause nicht an einen einzigen, bestimmten Ort gebunden sein muss … sondern, dass es ein Gefühl ist und man somit an ganz verschiedenen Orten zu Hause sein kann.
Also Hamburg: Ab heute bist auch du mein Zuhause – jedenfalls bis zu der nächsten Nordsee-Doku 😉

4 Kommentare

      Schreibe einen Kommentar

      Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.