Tschüss 2015

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Gedanken

Wer hat an der Uhr gedreht? Ist es wirklich schon so spät? … ZACK! Schon wieder ist ein Jahr so gut wie rum. Hatte ich nicht letztes Jahr geschrieben, dass 2015 ein bisschen weniger werden wird? Also weniger Stress, Termine etc? Hmpf. Das hat so was von gar nicht geklappt. Ich glaube, dass 2015 noch extremer war.

Es war für mich auch ein Jahr der schlechten und traurigen Nachrichten: Die komplette Redaktion von Warum! wurde ausgetauscht, wodurch sich der allerbeste Brotjob also erledigt hatte. Krankheiten in der Familie, über die bis zum Sommer einfach nicht gesprochen wurde. Plötzlich sind sie da. Der Tod von Nils und natürlich auch der Unfall-Tod von Matteo. So traurig und ohne Worte, dass mir beim Schreiben ganz übel wird.

Der Streit, die Sorgen und die Termine in unserer eigenen kleinen Familie wirken dagegen lächerlich. Trotzdem haben sie uns in diesem Jahr stark belastet.

Das, was in der Welt da draußen passierte und noch lange nicht vorbei ist … manchmal musste bzw. muss ich das alles ausblenden, um nicht vor Sorge zu zerplatzen. So oft möchte ich am liebsten in die Apfelbaum-im-Garten-Welt eines schönen Kinderbuchs eintauchen. Einfach verschwinden.

Doch so läuft Leben nicht. Und wenn man immer nur auf die schlechten Dinge achtet, wird man noch wahnsinnig. Man findet ja schließlich immer etwas, wenn man nur lang genug sucht.

Was war also schön in diesem Jahr?

Die Lütte hat ihre Angst überwunden und kurz vor ihrem vierten Geburtstag Radfahren gelernt. Wie glücklich und stolz sie war. Mama, ich kann fahren! Und noch ne Runde, und noch eine …

Aus unserem Froschlaich wurden tatsächlich richtig kleine Frösche, die wild durch den Garten hüpften …

Der Mann hat für die Lütte eine Schaukel im Garten angebracht. Total simple. An einer Stange zwischen Laube und Kirschbaum. GROSSartig!

Im Sommer war die Lütte ein paar Tage allein bei Oma und Opa auf Helgoland. Als der Mann und ich dann nachkamen, lief sie uns flitzeflink in die Arme, hielt uns abwechselnd ganz fest. Dabei sagte sie immer wieder: Ich hab dich sososo doll vermisst. (die freien Abende haben mein Mann und ich übrigens mit der Fertigstellung meines Karton-Theaters verbracht … Hat das eigentlich jemand angesehen? Das würde ich auch nicht wieder machen. Also die einzigen freien Abende so verbringen … ein Karton-Theater auf jeden Fall!) …

Oder die Lütte, wie sie meine Hand nimmt und streichelt und macht doch nichts, Mama sagt, wenn ich doch wieder versuche, einen Kuchen zu backen, es mir nicht gelingt und ich fast heulen muss.

Wenn wir zu dritt Gruselverstecken spielen und ich von allen am meisten Angst habe. Ganz echte Angst. Und dann doch vor Lachen (nicht vor Sorge!) fast platze, als ich den Mann zwischen Schreibtisch und Bett finde.

Die Samstage. Wenn wir morgens gemeinsam auf den Wochenmarkt gehen. Mittlerweile kennen die Verkäufer uns und wissen (da bin ich mir sicher) schon genau, dass wir wieder sechs Äpfel, Weintrauben, Eier … kaufen. Wie jede Woche halt. Ich mag das. Dieses Dörfliche. Das hatte ich mir gewünscht. Und trotzdem war das Heimweh, die Sehnsucht nach Meer, Strand, Wind, Möwen, Sternen … in diesem Jahr wieder so weit wie der Himmel. Ich hatte, glaube ich, den größten Großstadtkoller der letzten 13 Jahre.

In den zwei Ferien-Wochen werde ich mir Gedanken machen (müssen), was ich will. Und wie. Und auch wo. Was die Arbeit und das Blog betrifft, über uns als kleine Familie, über unseren Wohnort. Die Dinge, auf die ich Einfluss habe, werde ich mehr gestalten. Und ansonsten lasse ich mich überraschen, was 2016 uns bringen wird.

Jetzt freue ich mich erst einmal auf Weihnachten. Auf Helgoland. Auf den Geruch von Tannenzweigen, gebratenen Seezungen und Tee mit Rum. Auf Abende mit meinen Eltern vor dem TV – mit ihnen zusammen gucken der Mann und ich echt gern ihre Krimsches oder den ZDF-Sonntagsfilm. Ja … auch der Mann. Haben wir auch hier mal versucht – ist allerdings einfach nicht das Gleiche … Ich freue mich auf richtige Dunkelheit, die den Blick auf unzählige (!) Sterne zulässt. Und ich freue mich auf Zeit.

Euch wünsche ich eine ebenso schöne und friedliche (Weihnachts-)Zeit … Kommt gut ins neue Jahr!

Bis dahin, Eure Dorthe

2 Kommentare

  1. Liebe Dorthe, wie herrlich, dass du so viele schöne Dinge noch gefunden hast und wie man am Ende richtig Auftrieb kriegt beim Lesen. Kannst du ganz viel von Helgoland schreiben demnächst? Ich lese so gerne darüber. Insel-Dichterin – wäre das nicht was? Liebe Grüße, Uta

    • Liebe Uta,
      das Herzensprojekt, das ich schon während der Schwangerschaft begonnen und letzten Spätsommer endlich fertig gestellt hatte, ist zwar kein richtiges Helgoland-Projekt … aber ganz stark in die Richtung. Die Nordsee spielt bei meinen Geschichten halt immer oder oft eine große Rolle. Ich bin also sehr gern "Insel-Dichterin" 🙂 Leider ist Regionalität im Kinderbuch bei den Verlagen nicht besonders beliebt …
      Die Tannenbäume werden übrigens mit dem Schiff nach Helgoland geliefert … und das mit dem Seetank in den Zweigen habe ich mir direkt notiert 🙂
      Ganz liebe Grüße zurück!

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