Regie oder Kamera?

Schreibe einen Kommentar
Hinter den Kulissen / Schreiben / Video

Es war dieser eine Satz, den ich -ohne groß darüber nachzudenken- zu meiner damaligen Kollegin sagte: „Vielleicht hätte ich doch lieber Kinderbücher schreiben sollen.“

Ich hatte die Ausbildung zur Foto-/Medienlaborantin abgeschlossen und arbeitete als Telecine-Assistentin in einer Postproduktion. Das war großartig und genau das, was ich wollte. Ich lernte jede Menge über Filmtechnik, Drehbücher, die Arbeit am Set … und natürlich am meisten darüber, wie sehr die Bearbeitung -die Postproduktion- einen Film oder Werbespot verändern kann. Was möglich ist und was eher nicht.

Doch ich lernte auch den Unterschied zwischen Milchkaffee, Latte Macchiato und Cappuccino … dass es so etwas wie Espresso Macchiato gibt und Tee in den unterschiedlichsten Variationen getrunken werden kann. Denn dass es den Kunden an nichts fehlte, war ein wichtiger Teil des Jobs – und nervte mich so manches Mal ziemlich. Wobei die Menschen aus der Filmproduktion dabei deutlich entspannter waren als die aus der Werbeagentur …

Eines Tages kam ich also mal wieder mit diversen Kaffee-Wünschen in die Küche, war ein wenig gestresst und warf diesen Satz in den Raum. Die Kollegin war verwundert und begeistert zu gleich. Ich erzählte ihr von den Kurzgeschichten, die ich mit 10 oder 11 geschrieben hatte und von meinem früheren Berufswunsch: Kinderbuchautorin. Sie bestärkte mich darin, einfach mal wieder etwas zu schreiben und zu gucken, was passiert.

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon eine Weile lang bemerkt, dass mich die Geschichten, die Arbeit der Filmemacher am Set, mehr interessierten als die ganze Technik hinterher. Und so versuchte ich es einfach …

Ich bin ein Gemischtwarenladen

Das Ganze liegt jetzt 9 Jahre zurück. Seitdem sind viele tolle Projekte entstanden. Trotzdem begeistert mich alles rund ums Thema Film noch heute. Wie ich in diesem Post (entstanden auf der alten Homepage) schon einmal geschrieben habe, bin ich sehr gern ein Gemischtwarenladen. Bei Instagram verwende ich manchmal den #dieganzeweltdergeschichten und den #ichbinverrücktnachkindermedien. Denn ich liebe Bücher, Hörspiele, Filme, Theaterstücke … es gibt so viele phantastische Möglichkeiten, eine Geschichte zu erzählen. Und die nutze ich unglaublich gern. Das daraus entstandene Karton-Theaterstück könnt ihr euch in dem Post von vor zwei Jahren ansehen – recht stümperhaft, aber ich finds dennoch ganz niedlich.

Vor ein paar Monaten habe ich dann wieder angefangen, mich mehr mit den Dingen zu beschäftigen, die ich in der Postproduktion gelernt hatte. Und schließlich machte ich den genialen Filmkurs bei Xanthe Berkeley . Ich wollte nur mein Wissen auffrischen und habe so viel mehr daraus mitgenommen. Was ich aber auch dort wieder festgestellt habe: Ich bin eher Regie als Kamera. Ich habe viele Ideen für kleine Filme, kann mir jede einzelne Szene gut vorstellen, habe das Setting im Kopf – aber alles mit der Kamera einfangen? Oft sehr schwer. Ich denke dann: „Hmpf, das habe ich mir irgendwie anders vorgestellt.“

Hinzukommt, dass der Mann und die Lütte selten Lust darauf haben, bei Ausflügen oder Alltäglichem gefilmt zu werden – schon gar nicht, wenn ich den beiden dann auch noch Regieanweisungen zurufe … lach. Also doch „nur“ schreiben und das Filmen anderen überlassen?Nein, auf keinen Fall! Dafür macht es mir zu viel Spaß … aber, ich erfinde lieber weiter Geschichten, die ich dann vielleicht als Stop Motion – Film umsetze oder ich drehe Anleitungen, kurze Trailer oder etwas in diese Richtung. Halt ausgedachte, gestellte Filme, anstatt Bilder aus dem echten Leben. Meine zwei Lieblinge sind Let’s go to school und Strandschätze-Mobile. Damit ich das „normale“ Filmen dennoch genauso üben kann, möchte ich mir (wenn möglich) jeden Monat eine Filmaufgabe stellen, deren Rahmen nicht „kreiert“ ist. Im Oktober lautete mein Thema Herbstliebe. Wie auch der Film dazu.

Als nächstes plane ich etwas Weihnachtliches – als Stop Motion. Mal sehen, ob es mir gelingt, die Bilder in meinem Kopf entsprechend lebendig werden zu lassen. Ich freue mich jedenfalls total darauf, weiter in die unterschiedlichsten Welten des Geschichtenerzählens abzutauchen … ob als Autorin, Regisseurin oder auch ein wenig als Kamerafrau …

Bis bald! Eure Dorthe

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.