Von Piraten und Meerjungfrauen – Leseprobe

Auszug aus Die Reise nach Helgoland
„Papa und ich können Helgoland sehen, wir sind gleich da!“ Björn kam außer Atem hereingelaufen. Er war mit Papa an Deck gegangen, um tapfer gegen den starken Fahrtwind zu kämpfen. In diesem Moment ertönte eine raue Stimme aus den Lautsprechern: „Liebe Fahrgäste, in wenigen Minuten erreichen wir die Insel Helgoland und gehen dort auf Reede vor Anker. Die Ausgänge befinden sich an Backbordseite, also in Fahrtrichtung links. Dort fahren dann auch die Börteboote vor und bringen Sie zur Insel!“
Wahnsinn! All diese Seemannsbegriffe! Einige hatte Papa ihm schon erklärt. Doch was ist ein Börteboot? Hatte er vergessen ihm davon zu erzählen? Quietschend wurden die Luken geöffnet und die Menschenmenge davor wuchs zu einer großen Traube. Björn konnte zwar nichts sehen, aber er hörte die Wellen gegen das Schiff schwappen. Als Björn und seine Eltern endlich an der Reihe waren, sah er sie, die kleinen, offenen Holzboote. Auf ihnen arbeiteten kräftige Männer, die einem Fahrgast nach dem anderen vom Dampfer ins Börteboot halfen. Alles musste schnell gehen. Bloß nicht trödeln und fix auf die Bänke setzen. Das kleine Boot schaukelte, aber trotzdem oder vielleicht gerade deshalb gefiel es Björn. Der Wind wehte ihm um die Ohren, immer wieder spritzte ihm Wasser ins Gesicht und er konnte das Meer auf seinen Lippen schmecken. Nur einen kleinen Moment dauerte die Überfahrt zur Insel. Björn fiel der Spruch ein, den Papa ihm die letzten Abende vor dem Gutenachtkuss aufgesagt hatte: Grün ist das Land, Rot ist die Kant, Weiß ist der Sand, das sind die Farben von Helgoland – genauso sah es aus.

Im Buch mit vielen farbigen Illustrationen von Luis Arellano,
auch ein Seefahrtslexikon ist im Buch zu finden.